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Früchte und Samen

Allen, die finden, dass der Nobelpreis an Obama unangemessen ist, die glauben, dass Preise nur fürs Ernten und nicht fürs Säen vergeben werden sollten, hilft Gerhard Schöne vielleicht weiter:

Der Laden
Die Sieben Gaben. Lieder im Märchenmantel (1994)

War es Traum oder wirklich,
als ich in dieser Stadt
irgendwo in Gedanken
jenen Laden betrat?

Hinterm Tisch dieser Händler
wirkte irgendwie fremd.
Verbarg mühsam zwei Flügel
unterm lichtweißen Hemd.

Das Regal war bis unter die Decke
voll mit Tüten und Schachteln gestellt.
Doch im Dämmerlicht konnt ich nicht sehen,
was die eine um die andre enthält.

Nun, ich fragte den Händler:
„Was verkaufen Sie hier?“
„Alles was Sie sich wünschen,
alles gibt es bei mir.

Das wonach Sie sich sehnen,
was Sie froh machen kann,
was Sie schon nicht mehr hofften,
alles biete ich an.“

Oh, wie hab ich mich da vor dem Händler
mit Wünscheaufsagen beeilt:
„Sie, ich möchte das Schweigen der Waffen
und die Brötchen viel besser verteilt!

Mehr Verstand in die Köpfe.
Aus den Augen die Gier.
Eltern Zeit für ihre Kinder.
Achtung vor jedem Tier.

Helle Zimmer für alle.
Arbeit, je nach Talent…“
Als ich Luft holen wollte,
sprach er: „Kleinen Moment!

Sicher haben Sie mich falsch verstanden.
Wie ich hör, wollen Sie Früchte bei mir.
Ach nein, nein, ich verkauf keine Früchte,
nur die Samen dafür!“

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